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Archiv Sendung vom 01.02.2012

Salman und Ayse Ilgüplü

DOK am Mittwoch, 01.02.2012, 22.55 Uhr auf SF1

Eigentlich wollten wir zurückkehren

Migranten in der Schweiz

Sie kamen in die Schweiz, um in Zukunft, nach der Rückkehr in ihre Heimat, ein besseres Leben zu haben. 30, 40 Jahre später sind sie immer noch hier. Mittlerweile im Pensionsalter, stehen drei Ehepaare aus der Türkei und dem Balkan am Scheideweg: Zurückkehren oder hier bleiben?

Ali Ihsan und Nuriye Sinan

Ein Altersheim in der Schweiz: Seit neuestem werden auch Seniorennachmittage für Migrantinnen und Migranten durchgeführt. Man hat erkannt, dass immer mehr Pensionierte nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren und möchte ihnen die Möglichkeit geben, sich auf ein Leben in einem Schweizer Altersheim vorzubereiten. Aber die wenigsten von ihnen können sich das wirklich vorstellen.

Salman Igüplü im Kreise seiner Familie auf einem Sonntagsspaziergang

Der Film begleitet die drei Ehepaare Salman und Ayse Ilgüplü, Zujdi und Schehrazad Recebi sowie Ali Ihsan und Nuriye Sinan aus dem Balkan und der Türkei durch ihren Alltag. Sie sind vor dem Regime geflüchtet oder hierhergekommen, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. In der Schweiz haben sie hart gearbeitet und ihre Kinder grossgezogen. Integriert sind sie kaum, Deutsch haben sie nie richtig gelernt. Aber ihre Kinder fühlen sich wohl hier, haben ihrerseits wieder Kinder bekommen und können sich nicht mehr vorstellen in die Heimat der Eltern zurückzukehren.

Zujdi betet für seine verstorbenen Eltern und Verwandten

Jahrelang hat die erste Migrantengeneration von der Rückkehr in ihre Heimat geträumt, hat dort mit ihrem Ersparten Häuser gebaut und sich auf das Pensioniertendasein in der Heimat gefreut. Nun, da der Moment gekommen wäre, merken viele, dass ihr Traum schwerer zu realisieren ist, als sie sich das vorgestellt hatten. Jetzt, wo sie zurückkehren könnten, sind sie gesundheitlich angeschlagen, oder ihre Kinder halten sie zurück.

Zujdi Recebi bei seinem täglichen Besuch in der Moschee von Kreuzlingen

Die Zerrissenheit zwischen hier und dort prägt den Alltag der Migrantinnen und Migranten. Aber ihre Lebensgeschichten zeugen auch von ihrer Fähigkeit, in schwierigen Situationen, im andauernden Dilemma, sich immer wieder Neuem zu stellen und gangbare Wege zu finden.

Ein Film von Yusuf Yesilöz

Yusuf Yesilöz, geboren 1964 in einem kurdischen Dorf in der Türkei, kam 1987 in die Schweiz. Er ist Filmemacher und Autor zahlreicher Romane in deutscher Sprache. Er lebt in Winterthur. www.yesiloz.ch