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Archiv Sendung vom 16.02.2012

Costa Concordia

DOK am Donnerstag, 16.02.2012, 20:05 Uhr auf SF1

Der Untergang der Costa Concordia

Chronologie einer Katastrophe

In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 2012 rammt eines der grössten Luxusschiffe der Welt vor der italienischen Insel Giglio einen Felsen und sinkt. Es sind über 4200 Personen an Bord. Die Costa Concordia ist 290 Meter lang und 31 Meter hoch und gilt als schwimmender Palast. Dass dieses Schiff sinken könnte, war schlicht unvorstellbar.

Der Film «Der Untergang der Concordia» zeigt, wie sich die Katastrophe ereignen konnte und was sich nach dem Unglück auf dem Schiff abgespielt hat. Überlebende berichten vom katastrophalen Krisenmanagement, und Amateur-Videoaufnahmen zeigen, wie schwierig und unübersichtlich die Situation für die Reisenden war. Es ist eine Tragödie in Zeitlupe. Obwohl es der Crew gelingt, das havarierte Schiff in die Nähe des Ufers zurückzusteuern, werden die Passagiere noch lange im Ungewissen gelassen. Trotz des Fehlverhaltens von Kapitän Francesco Schettino und der Tatsache, dass die Hälfte der Rettungsboote wegen der Neigung des Schiffes nicht mehr funktionstüchtig waren, hat die grosse Mehrheit der Reisenden überlebt. 17 Menschen jedoch sind bisher Opfer der Tragödie geworden, und 17 weitere werden immer noch vermisst. Das Drama hätte bei richtiger Einschätzung der Lage durch den Kapitän sicher vermieden werden können.

Zudem stellt sich die Frage, ob der bedingungslose Glaube an die moderne Technologie nicht auch blauäugig war. Kritiker weisen schon länger darauf hin, dass solche Mega-Cruisers wie die Costa Concordia im Havariefall äusserst gefährlich sein können. Der Film über den Untergang des Luxusliners zeigt, warum man den ungebremsten Fortschrittsglauben in die Technik auch ein Jahrhundert nach dem Sinken der Titanic in Frage stellen muss. Anhand von CGI-Animationen und Augenzeugenberichten kann das Fernsehpublikum Minute für Minute miterleben, wie sich die Tragödie auf der Costa Concordia genau abgespielt hat. Retter und Seefahrtsexperten kommen dabei ebenfalls zu Wort.