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Archiv Sendung vom 09.12.2010

EU-Krisensitzung in Brüssel

EU-Krisensitzung in Brüssel

DOK am Donnerstag, 09.12.2010, 20:00 Uhr auf SF1

Der Euro am Abgrund

Wie Deutschland und Griechenland die Euro-Krise auslösen

Ein Film von Hansjürg Zumstein

Die Schuldenkrise der Euro-Länder wird immer dramatischer. Nach Irland ist jetzt auch Portugal akut gefährdet. Griechenland wird nach Ansicht vieler Experten seine Schulden nie zurückzahlen können. Der Dokumentarfilm von Hansjürg Zumstein zeigt die Hintergründe der Krise auf.

Geschlossene Geschäfte in Griechenland

Geschlossene Geschäfte in Griechenland

Wiederholungen:
10. Dezember 2010 um ca. 01:50 Uhr auf SF1
10. Dezember 2010 um ca. 11:00 Uhr auf SF1
14. Dezember 2010 um ca. 05:35 Uhr auf SF1

Theodor Waigel, ehemaliger deutscher Finanzminister

Theodor Waigel, ehemaliger deutscher Finanzminister

Theodor Waigel, ehemaliger deutscher Finanzminister, gilt als der Mister Euro. Er hat der Einheitswährung den Namen gegeben. Und er ist eine der Schlüsselpersonen für das Verständnis der Krise. Denn er hat jenes Instrument entwickelt, dass eigentlich hätte verhindern sollen, was jetzt passiert. Im Film erklärt er, um welches Instrument es sich handelt, nämlich um den sogenannten Stabilitätspakt.

Tobias Straumann, Wirtschaftshistoriker

Tobias Straumann, Wirtschaftshistoriker

Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann erläutert, was der Pakt vorsah: Jeder Euro-Staat hätte nur noch bis zu einer genau definierten Grenze Schulden machen dürfen. Wer also massiv mehr ausgibt als er einnimmt, wird bestraft. Der Effekt: Die Währung würde stabilisiert. Doch genau das Gegenteil passierte.

Hans Eichel, ehemaliger deutscher Finanzminister

Hans Eichel, ehemaliger deutscher Finanzminister

Mitverantwortlich dafür ist dieser Mann: Hans Eichel, der sozialdemokratische deutsche Finanzminister. Es ist paradoxerweise Waigels Nachfolger, der dessen Stabilitätspakt ausgehebelt hat. Deutschland, die Vorzeige-Volkswirtschaft der Euro-Zone, hat sich unter Eichel nicht mehr an die Ausgabegrenzen gehalten, obwohl das Land diese vorher den anderen aufdiktierte.

Akropolis, Athen

Akropolis, Athen

Und so geschah es, dass sich auch Länder wie Griechenland nicht an die Vorgaben hielten. Die Schuldenberge nahmen immer stärker zu. Und Brüssel schaute – gelähmt durch das Ausscheren Deutschlands – untätig zu. Bis zu dem Zeitpunkt, als die internationalen Finanzmärkte plötzlich Alarm schlugen. Sie stellten fest: Gewisse Länder haben so hohe Schulden, dass sie eigentlich Konkurs anmelden müssten.

Karl-Heinz Grasser, ehemaliger österreichischer Finanzminister

Karl-Heinz Grasser, ehemaliger österreichischer Finanzminister

Der ehemalige österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser galt damals als Gegner von Hans Eichel. Er erzählt, wie er damals sich vergeblich gegen das Ausscheren Deutschlands wehrte. Und er erläutert, wie er die Euro-Krise im Mai erlebte. Für ihn ist klar, dass die internationalen Finanzmärkte, die Griechenland und anderen überschuldeten Euro-Ländern leichtfertig Kredite gewährten, die Verluste mittragen müssten.

Werner van Gent (links), Griechenland-Korrespondent mit Autor Hansjürg Zumstein

Werner van Gent (links), Griechenland-Korrespondent mit Autor Hansjürg Zumstein

Der Griechenland-Korrespondent Werner van Gent zeigt, was die wirtschaftlichen Konsequenzen sind: Hunderte von Läden in Athen sind geschlossen, die Arbeitslosigkeit steigt, die Steuereinnahmen sinken. Es ist ein Teufelskreis. Und die Frage ist, wie Länder wie Griechenland oder Irland sich daraus befreien können.

Hansjürg Zumstein

Hansjürg Zumstein

Hansjürg Zumstein ist Autor zahlreicher Dokumentarfilme. Er hat unter anderem publiziert über den Zusammenbruch der Swissair, den Fall der UBS sowie diverse politische Affären in der Schweiz.