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Archiv Sendung vom 16.12.2010

„Befolgen Sie die Regeln“: Alard du Bois-Reymond im Asylzentrum

„Befolgen Sie die Regeln“: Alard du Bois-Reymond im Asylzentrum

DOK am Donnerstag, 16.12.2010, 20:00 Uhr auf SF1

Der Asylchef und die Nigerianer

Die harte Tour im Flüchtlingswesen

Ein Film von Karin Bauer

Alard du Bois-Reymond ist angetreten, die strengen Asylbestimmungen durchzusetzen. Doch es läuft schief: Ein Nigerianer stirbt bei der gewaltsamen Ausschaffung. Und der Chefbeamte sagt, ein grosser Teil der nigerianischen Asylbewerber sei kriminell. Alard du Bois-Reymond wird zum Buhmann von links und rechts. Ein Asylkrimi über Stolz und Vorurteil, über das Verhältnis zwischen weiss und schwarz. - Nach der Sendung können Sie im DOK-Forum mitdiskutieren über die harte Tour im Flüchtingswesen.

Kein Geld für die Beerdigung: Die Familie des toten Joseph

Kein Geld für die Beerdigung: Die Familie des toten Joseph

Wiederholungen:

17. Dezember 2010 um ca. 01:50 Uhr auf SF1
17. Dezember 2010 um ca. 11:00 Uhr auf SF1
21. Dezember 2010 um ca. 05:35 Uhr auf SF1
14. Juli 2011 um 13:15 Uhr auf 3sat

Junger Flüchtlingshelfer: Alard du Bois-Reymond war sieben Jahre in Afrika

Junger Flüchtlingshelfer: Alard du Bois-Reymond war sieben Jahre in Afrika

Alard du Bois-Reymond: Vormals Gutmensch

„Hardliner mit Herz“, nennt er sich lachend. Er hat die Seiten gewechselt: Früher war er Delegierter beim internationalen Roten Kreuz und versorgte Hunger leidende Familien in Schwarzafrika. Das sei ein guter Einstieg gewesen. Wer aber das System verändern wolle, könne nicht nur lieb und brav sein, sagt er heute.

Tragischer Todesfall: Joseph Chiakwa wehrte sich gegen die Fesselung

Tragischer Todesfall: Joseph Chiakwa wehrte sich gegen die Fesselung

Joseph Chiakwa: Gestorben bei der Ausschaffung

Er war ein Wirtschaftsflüchtling, der seine Hoffnung auf ein besseres Leben mit dem Tod bezahlen musste. Die meisten Asylbewerber stammen wie Joseph Chiakwa aus Nigeria: 1800 sind letztes Jahr eingereist, ein einziger bekam Asyl. Alle andern sollten das Land verlassen. Weigern sie sich, werden sie von den Behörden am ganzen Körper gefesselt und gewaltsam ausgeschafft.

Ausschaffungsstopp: Viele Kantone nehmen keine Nigerianer mehr fest

Ausschaffungsstopp: Viele Kantone nehmen keine Nigerianer mehr fest

Ausschaffungsstopp nach Nigeria: Die Folgen

Nach Joseph Chiakwas tragischem Tod stoppt der Asylchef die Ausschaffungsflüge nach Nigeria. In der Folge setzen mehrere Kantone nigerianische Auschaffungshäftlinge auf freien Fuss. In Basel-Stadt freut sich der verurteilte Drogendealer Livinus M. auf seine unerwartete zweite Chance in der Schweiz.

Weiss und schwarz: Alard du Bois-Reymond will die Wogen glätten

Weiss und schwarz: Alard du Bois-Reymond will die Wogen glätten

Der Asylchef und die Nigerianer: Harte Verhandlungen

Joseph Chiakwas Tod belastet die Beziehung zur nigerianischen Regierung schwer. Der Asylchef trifft sich mehrmals mit dem nigerianischen Botschafter und übt sich in Diplomatie. Das Verhältnis bessert sich. Die Nigerianer aber stellen sich eine Migrations-Partnerschaft anders vor als die Schweizer.

Karin Bauer

Karin Bauer

Die Autorin

Karin Bauer ist Dokumentarfilmerin und Produzentin der „Rundschau“. Ihre Reportagen behandeln politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen. Ihr Film „Die neuen Schweizermacher – Einbürgerungen im Kanton Aargau“ wurde mit dem Medienpreis Aargau/Solothurn ausgezeichnet. Filme 2009/2010:
„Der Patron, die Arbeiter und die Krise – Überlebenskampf einer Textilfabrik“ (2009)
„Hinter dem Schleier – Muslim-Report Schweiz“ (2010)
"Der Fall Goldfinger - Menschenhandel auf dem Zürcher Strassenstrich" (2010)

Reporter's Notizbuch

Begegnung mit einem "herzlichen Hardliner"

Am Anfang dieses Films war eine Randnotiz in der Zeitung, die mir vor einem Jahr ins Auge stach: Alard du Bois-Reymond, vormals Chef der Invalidenversicherung war zum neuen Direktor des Bundesamts für Migration ernannt worden. Sofort hatte ich das Interview vor Augen, das ich über seinen harten IV-Sparkurs geführt hatte. Ich hatte Schwerbehinderte gefilmt, deren Renten gestrichen worden waren. Und obwohl Alard du Bois-Reymond einfühlsam wirkte, verteidigte er die Entscheide durchs Band. Wir waren uns gar nicht einig, aber es imponierte mir, wie er sich über eine Stunde lang der Auseinandersetzung stellte. mehr