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Archiv Sendung vom 03.09.2010

Alpaufzug

Alpaufzug in der Früh

DOK-Serie: 03.09.2010, 21.00h, SF1

Ab auf die Alp!

Stadtleben ade 1/5

Sie haben den gleichen Traum - der Pöstler aus Bern, die Hebamme aus Stuttgart, das junge Paar mit seinen Kindern und vier deutsche Studenten. Sie alle wollen raus aus der Stadt, rauf auf die Alp, den Körper spüren und die Natur erleben als Sennen für einen Sommer. In Folge 1 der dokumentarischen Serie in fünf Teilen zeigt das DOK-Team die ersten Schritte der Städter, die Sennen werden wollen. Die Träumer landen bald in der harten Realität.

Katharina am Melken

Katharina am Melken

Denn Sennen heisst: beinharte körperliche Arbeit von halb sechs am Morgen bis neun Uhr abends, grosse Verantwortung für Vieh und Käseproduktion, knietiefer Schlamm und feuchte Kleider nach tagelangem Regen. Und nicht zuletzt: Zusammenleben auf engstem Raum, ohne allen Komfort und mit wenig Privatsphäre.

Res und Bänz im Kuhstall

Res im Kuhstall und Bänz ist immer mit dabei.

Auf drei verschiedenen Alpen begleiten die DOK-Reporter die Aussteiger-Sennen einen ganzen Sommer lang. Res ist seit bald 40 Jahren Pöschtler in Bern, aber eigentlich träumt er stets nur von einem:
einen Sommer lang auf der Alp zu leben, nach dem Vieh zu schauen und die Ruhe auf dem Berg zu geniessen. Bereits vor einem Jahr hatte er eine Sennen-Stelle, doch dann diagnostizierten die Aerzte bei ihm Krebs – die Alp rückte in weite Ferne. Aber dieses Jahr will Res, dass es klappt! Er kommt zusammen mit Katharina, einer Hebamme aus Stuttgart, auf die Rinderalp im Diemtigtal. Das ist ein gut eingerichteter Grossbetrieb auf 1700 Metern ü.M., aus der Milch der 50 Kühe werden 10 Tonnen Alp- und Hobelkäse gemacht. Die ersten Arbeiten auf der Alp fordern den Pöstler. Er hat seinen nicht mehr ganz jungen Körper zuhause hart trainiert, aber schafft er die Strapazen des Sennenlebens?

Selina, Miriam, Jakob und Robert aus Deutschland

Selina, Miriam, Jakob und Robert aus Deutschland

Ohne Ausländer geht auf den Schweizer Alpen nichts mehr. Weil sich zu wenig Einheimische für den Sennen-Job melden, suchen die Bauern im Internet. Und werden vor allem in Deutschland fündig: Rund 40% der Sennen für einen Sommer kommen aus Deutschland.
So auch Selina, Miriam, Robert und Jakob aus Witzenhausen, einem verschlafenen Städtchen nahe bei Kassel. Sie studieren Ökologische Agrarwissenschaften, mit der praktischen Arbeit mit Tieren haben sie noch keine grosse Erfahrung. Nach einer kurzen Einführung wollen sie auf der Alp Oberer Kaltenbrunnen käsen und dazu 28 Kühe, 30 Rinder, 10 Kälber und sieben Schweine versorgen. Wie werden sich die Akademiker im Stall und auf der Weide bewähren?

Selina mit Käsermeister Hanspeter Graf

Selina im Kurs beim Käsermeister Hanspeter Graf

Miriam und Selina werden das Käsen übernehmen, die Männer sollen melken und Ihnen helfen. Die beiden Studentinnen besuchen einen Sennen-Crashkurs in Hondrich bei Spiez. Mit ihnen im Kurs ist auch Katharina, die Hebamme aus Stuttgart. Hier lernen sie vom Käsermeister Hanspeter Graf, was es alles braucht, damit auf der Alp aus Milch Käse wird. Der diplomierte Käsermeister bildet jedes Jahr über hundert Anfängersennen aus. Und wenn seine Schützlinge auf den rund 550 Käsealpen im Berner Oberland Probleme mit dem Käsen haben, wird er ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen müssen.

Anna und Daniel bei den Vertragsverhandlungen.

Anna und Daniel bei den Vertragsverhandlungen.

Anna und Dänu aus Biel unterschreiben den Alpvertrag für Gugglen-Geissrück. Dänu ist skeptisch, Anna optimistisch. Aber beide freuen sich auf die Arbeit in der Natur und die Möglichkeit, viel Zeit mit ihren zwei kleinen Kindern zu verbringen. Anna möchte bald einen eigenen Bauernhof übernehmen.

Anna und Daniel

Anna und Daniel vor der Alphütte

Am Anfang sieht alles noch romantisch aus. Das Paar erlebt mit den Geissen und Kühen einen aufregenden Alpaufzug. Doch der Alltag wird hart. Dänu, der bis jetzt täglich acht Stunden im Amt für Lärmmessungen in Bern gearbeitet hat, ist jetzt von fünf Uhr am Morgen bis halb zehn am Abend auf den Beinen. Für Anna ist es noch schwieriger: Die Alphütte ist klein, uralt und primitiv eingerichtet. Melken, Käsen, Kochen unter einen Hut zu bringen ist für Anna nicht leicht. Wie das wohl wird, wenn auch noch die beiden Kinder kommen?