Reporters Notizbuch
Andrea Pfalzgraf: Wenn die Natur zuschlägt
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"Das war‘s jetzt also“ schoss mir durch den Kopf während es vor neben und über mir nur so zuckte und krachte. Ich hatte wahnsinnig Angst. Wir waren in den Bergen gleich in zwei Gewitter gleichzeitig geraten und versuchten uns verzweifelt zu erinnern, ob wir uns nun hinhocken, hinlegen oder was auch immer tun sollten um möglichst nicht vom Blitz getroffen zu werden.
Wir entschieden uns für hinkauern. Nach 20 Minuten war das Spektakel vorbei. Und wir hatten überlebt. Ich dachte bis dahin, einen Blitzschlag könne man nicht überleben. Das stellte sich glücklicherweise als falsche Annahme heraus. Dieses irgendwie elektrisierende Erlebnis hat nun zu einem DOK-Film geführt.
Angefangen hat es damit, dass ich erstaunlich viele Geschichten zu hören bekam von Menschen, die vom Blitz getroffen wurden und den Unfall überlebt haben. Diejenigen allerdings, welche seit dem Blitzunfall Probleme haben, mochten darüber nicht vor der Kamera erzählen. Sie wollten nicht, dass alles wieder hochkommt. Sie leiden zum Teil noch heute an diffusen Nacken- und Rückschmerzen bis hin zu depressiven Verstimmungen oder traumatischen Angstzuständen, welche sie vor dem Blitzschlag nicht kannten. Ausserdem hatten sie Angst, man würde ihr Schicksal einfach medial ausschlachten. Das war aber ganz und gar nicht meine Absicht.
Der Sinn dieses Filmes ist es, dass Menschen vielleicht ein bisschen häufiger die Natur im Auge behalten und abschätzen können, wann es gefährlich wird und was zu tun ist, um schlimme Unfälle zu verhindern. Und gleichzeitig möchte ich die ZuschauerInnen auch an der Schönheit dieses Naturphänomens teilhaben lassen. Jeder Blitz ist in seiner Einzigartigkeit ein kleines Kunstwerk.





