Medienpreis Aargau Solothurn für Hanspeter Bäni (Reporter) und Nicole Vögeli (10vor10)
Medienpreis Aargau Solothurn für Hanspeter Bäni
Bereits dreimal erhielt Hanspeter Bäni für seine berührenden Filme den Medienpreis Aargau Solothurn.
Ungewöhnliche Einblicke in eine tabuisierte Welt
Die Fachjury Fernsehen des Medienpreises Aargau Solothurn hat am 26. April 2010 Hanspeter Bäni für seinen Reporter-Film «Pflegen bis zum Tod – betagt, dement, ausgeliefert» ausgezeichnet.
Die Jury in ihrer Begründung:
„In ausserordentlich berührender Weise beobachtet Hanspeter Bäni, wie im Alters- und Pflegeheim Beinwil am See an Demenz erkrankte Menschen sich nach und nach von ihrer Persönlichkeit verabschieden, kleinste Verrichtungen nicht mehr ohne fremde Hilfe bewältigen können und wie das Pflegepersonal mit dieser letztlich immanenten Überforderung umgeht. Bäni ist ein intimer Film gelungen, der ganz nah ran geht, ohne aber je indiskret oder gar verletzend zu werden und gewährt so ungewöhnliche Einblicke in eine tabuisierte Welt. Bäni wird nicht zum ersten Mal ausgezeichnet. Für die Jury ist er eine Art filmischer Volkskundler, dem es immer wieder gelingt, beispielhafte Geschichten aus dem Alltag des Kantons Aargau in bewegte und bewegende Bilder umzusetzen.“
Die Dramaturgie des Lebens endet mit dem Tod
Autor Hanspeter Bäni über die Protagonistin des preisgekrönten Films „Pflegen bis zum Tod“
Manchmal entwickelt das Leben eine traurige Dramaturgie, die aus der Feder eines Drehbuchautors mit sentimentaler Neigung stammen könnte. Der Film «Pflegen bis zum Tod» ist ein Beispiel dafür, dass die Realität ab und an die Wirklichkeit übertrifft. Es ist die wahre und traurige Geschichte von Margrit Sandmeier, die im vergangenen Jahr verstarb. Als ich die Seniorin 2005 zum ersten Mal für einen Film porträtierte, war sie noch geistig regsam, rüstig und sehr aktiv. Doch ihre Aktivitäten – das muss ich an dieser Stelle eingestehen – bargen auch Gefahren!
Unvergesslich bleiben mir zum Beispiel die gemeinsamen Ausflüge mit ihrem Auto, bei denen eine munter plaudernde Margrit Sandmeier am Steuer sass und ich mich daneben auf dem Beifahrersitz festkrallte, weil ihre Fahrkünste wegen Seh- und Hörproblemen zu wünschen übrig liessen. Dann trennten sich vorerst unsere Wege.
Vier Jahre später traf ich Margrit Sandmeier erneut. Inzwischen hatte sie ihre Wohnung auflösen müssen und nun lebte sie im Alters- und Pflegeheim „Dankensberg“ im aargauischen Beinwil am See. Es war eine ganz andere Frau, die mir gegenüber sass: Ihre Persönlichkeit hatte sich verabschiedet, ihr Blick war hohl, die 90jährige Frau war dement. Selbst die kleinsten Verrichtungen konnte sie nicht mehr ohne fremde Hilfe bewältigen. Rührend kümmerte sich das Pflegepersonal um die ehemalige Wirtin und ihre einzige Nichte besuchte die Seniorin regelmässig, obwohl Margrit Sandmeier kein Gesicht mehr mit einem Namen verbinden konnte.
Und so entstand ein bewegender Film, der auch mich noch lange beschäftigte, denn es war eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben. Wer schon kann mit Sicherheit behaupten, er bleibe zeitlebens von einer Krankheit wie Demenz verschont? Zwei Wochen lang verbrachte ich also im Frühling 2009 im Dankensberg. Täglich musste ich miterleben, wie Margrit Sandmeier schwächer und schwächer wurde. Und dann, am letzten Drehtag, schloss sie ihre Augen für immer. In ihrem Testament hielt die Rentnerin fest, dass sie keine Abdankung und keine Beerdigung wünsche.
Unvergesslich bleiben mir die Worte von Frau Schäuble, der Leiterin des Alters- und Pflegeheims. Nachdem ich die Kamera eingepackt hatte, sagte sie mir beim Abschied: „Margrit Sandmeiers Seele wollte diesen dramatischen Film. Sie hat sich eine Plattform gesucht, um sich doch noch auf ihre eigene Art von dieser Welt zu verabschieden!“
2009 Ostschweizer Medienpreis gewonnen
Am 10. Juni 2009 hat die Jury der Stiftung Ostschweizer Medienpreis Hanspeter Bänis «Reporter – Der Betrüger» mit dem Preis in der Kategorie Fernsehbeitrag ausgezeichnet.
Innerhalb von zwei Monaten hat Hanspeter Bäni zum zweiten Mal für einen «Reporter» einen Preis erhalten. «Der Betrüger – Die schiefe Laufbahn des Josef Jakob» überzeugte die Jury, die in ihrer Würdigung unter anderem schrieb: «Bäni, der seinen Protagonisten Josef Jakob während drei Jahren mit seiner Videokamera verfolgt hat, verzichtet in seinem Dok auf eine moralische Wertung, noch versucht er, aus Jakob einen modernen Robin Hood zu machen. Vielmehr zeigt Bäni seinen Helden als das, was er ist, nämlich einen ‘notorischen Betrüger‘, der sich zu seiner kriminellen Ader bekennt.»
Dass ein solches Geständnis möglich sei ohne versteckte Kamera, sage viel über die Sensibilität des Filmemachers aus. Manchmal sei es weitaus schwieriger, aus hervorragenden Vorgaben etwas Hervorragendes zu machen als etwas Mittelprächtiges. «Hanspeter Bäni hat seine Chance genutzt – und sich dabei sogar noch übertroffen. Das ist mehr als Reporterglück.»
Die Jury für den Fernsehbeitrag setzte sich zusammen aus Kurt Felix, Präsident, Matthias Ackeret, Sabine Bianchi, Dr. Peter Gross und Anton Schaller. Das Schweizer Fernsehen strahlte den Film am 12. November 2008 auf SF 1, 3sat am 29. November 2008 aus. Der Ostschweizer Medienpreis ist im September 2000 auf Initiative des «Ostschweizer Vereins der Journalistinnen und Journalisten» (OVJ) – heute «Impressum Ostschweiz und Liechtenstein» – ins Leben gerufen worden. Er verfolgt das Ziel, mit der Prämierung herausragender Leistungen den Qualitätsjournalismus in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein zu fördern.
Am 27. 4. 2009 mit mit Medienpreis AG/SO geehrt
Hanspeter Bäni erhielt am 27.4.2009 den Medienpreis Aargau Solothurn in der Sparte Fernsehen.
Einstimmig hat sich die Jury für die Reportage „Die Blutwurst“ von Hanspeter Bäni ausgesprochen, produziert für die SF-Sendung „Reporter“. Bäni wird damit bereits zum dritten Mal mit dem Medienpreis Aargau/Solothurn ausgezeichnet.
TV-Fachjuryleiter Toni Zwyssig (Ex-Ausbildungschef des Schweizer Fernsehens) sagte, es sei dem Autor gelungen, «ein gesellschaftliches und multikulturelles Neben- und Miteinander auf engstem Raum zu entwickeln, indem er alle Vorteile des Videojournalismus einsetzt, bei den Protagonisten Vertrauen schafft, beobachtet, ohne ins Voyeuristische abzugleiten, mittendrin, aber nicht dabei ist.»
Zwyssig weiter: «Bäni schafft Nähe, bestätigt und widerlegt zugleich Vorurteile, indem er das Publikum eine Welt erleben lässt, die so nah und fremd zugleich ist, dass man sich ihr kaum entziehen kann.»


