Sherpas - die wahren Helden
Sherpas - Die wahren Helden am Everest
Dreiteilige Dokumentation über eine Expedition am Mount Everest.
Die Trailer
«Sherpas - Die wahren Helden am Everest» ist eine interkulturelle Zusammenarbeit zwischen nepalesischen und schweizerischen Kamerateams. Zum ersten Mal haben Sherpas am Everest gefilmt: Die Schweizer Begtouristen aus Sherpa-Sicht - und hautnah die die gefährliche Arbeit der eigenen Leute, zum Beispiel am Khumbu-Eisfall.
Übersicht
Erstausstrahlung Folge 1: 7. Mai 2009 um 20.00 Uhr auf SF1
Erstausstrahlung Folge 2: 14. Mai 2009 um 20.00 Uhr auf SF1
Estausstrahlung Folge 3: 21. Mai 2009 um 20.00 Uhr auf SF1
Wenn westliche Bergsteiger vom Everest zurückkommen, dann erzählen sie von den Strapazen, vom Sieg über sich selber, von der Göttin Miyo Langsangma, die ihnen erlaubt hat, ihren Everest zu besteigen. Sie erzählen über die Sherpas, die ihnen immer lächelnd geholfen haben. Die Sherpas, welche sich nie etwas von den Strapazen haben anmerken lassen.
Doch wer sind diese Sherpas wirklich? Was verbirgt sich hinter ihrem Lächeln? Das sind Fragen, welche im Film «Sherpas – Die wahren Helden am Everest» gestellt und beantwortet werden – und plötzlich erscheint das Höhenbergsteigen, das sonst vorwiegend von westlicher Sichtweise geprägt ist, in einem ganz andern Licht.
Der Film beginnt im Dorf Thamo in der nepalesischen Region Solu Khumbu, wo viele Sherpas mit ihren Familien leben. Lange bevor die Expeditionen kommen, beginnt die Vorarbeit am Berg. Die Sherpas machen den berühmten Khumbu-Eisfall begehbar, sie richten die Lager ein. Dann kommen die westlichen Bergsteiger ins Spiel. Eine Expedition mit vorwiegend Schweizer Teilnehmern unter der Leitung von Kari Kobler wird aus der Sicht der Sherpas beobachtet.
Die Everest-Route
Basislager (5340 m)
Lager 1 (5900 m)
Lager 2 (6400 m)
Lager 3 (7300 m)
Lager 4 (7900 m)
Mout Everest (8850 m)
Quelle: Google Maps
Die Sichtweise der Sherpas
Sherpa-Kameramänner filmen in extremer Höhe. Sie drehen auch dann, wenn sie die Expeditionsteilnehmer in die Todeszone hinaufbringen und ihnen dazu verhelfen, ihren Traum zu verwirklichen: Den höchsten Gipfel der Welt zu erklimmen. Am Berg, vor allem wenn die Sherpas auf die westlichen Bergsteiger warten, erzählen sie ihre persönlichen Geschichten.
Produzent Frank Senn hat das Projekt im Laufe der letzten fünf Jahre gemeinsam mit dem nepalesischen Filmautor und Produzenten Hari Thapa entwickelt. Die Dokumentarfilmerin Marianne Pletscher hatte die beiden zusammengebracht. Thapa führte dann in Zusammenarbeit mit dem DOK-Team unzählige Gespräche mit Sherpas. Senn recherchierte im Gebiet der Sherpas im Solo Khumbu und trieb das Projekt gemeinsam mit seinem nepalesischen Kollegen voran. Mit im Team ist der ehemalige Redaktionsleiter DOK Otto C. Honegger, der dieses Projekt förderte und als Co-Autor begleitete.
«It is like going to war,» sagt ein Climbing Sherpa zu Hari Thapa in einem Vorgespräch,«es ist, wie wenn man in den Krieg gehen würde» . «Du weisst nie, ob du wieder zurück kommst. Du weisst nicht, was mit deiner Familie passiert, wenn du am Berg stirbst.» Solche Worte drücken aus, welche Gefühle hinter dem immer lächelnden Gesicht der Sherpas verborgen sind – es ist die nackte Angst, am Berg umzukommen. Für sie ist der Everest nicht sportliche Herausforderung wie für die Westler. Geld ist der Hauptantrieb, warum die Sherpas überhaupt Berge besteigen.
Sie verdienen während einer Expedition für lokale Verhältnisse sehr viel Geld. Aber die Familien leben im Ungewissen, wenn der Vater und Ehemann in über 8000 Metern Höhe für die westlichen Expeditionsteilnehmer Fixseile legt und den Weg sichert. «Es verletzt uns, wenn sich die westlichen Bergsteiger mit ihren Erfolgen brüsten, obwohl wir dafür unser Leben riskieren.» Auch das ist eine Aussage eines „Climbing Sherpas“.
«Sherpas – Die wahren Helden am Everest» ist ein Film, in dem sich die Bergbewohner öffnen. Es ist nicht einfach für die Sherpas, über ihre Gefühle zu reden, denn sie sind abhängig von den mächtigen Agenturen und den westlichen Bergsteigern. Wohl deshalb wurde noch nie ein Film über sie gemacht. Mit Hari Thapa, dem Nepalesen, war dies möglich, denn er ist einer von ihnen.
Das Vorgehen
«Sherpas – Die wahren Helden am Everest» ist eine interkulturelle Zusammenarbeit zwischen nepalesischen und westlichen Kamerateams. Einerseits geht es um das schweizerische Expeditionsteam, andererseits aber vor allem um die Arbeit, die Ansichten und Gefühle der Sherpas. Bis ins Basislager und bis auf 6000 Meter über Meer haben die SF-Teams gemeinsam mit Sherpa- und Nepali-Kameraleuten gedreht, in grossen Höhen kamen nur noch die Sherpa-Kameraleute zum Einsatz.
Vorgängig hatte SF die Sherpa-Kameraleute ausgebildet. Verantwortlich dafür waren Marianne Pletscher, erfahrene Dokumentarfilmerin und Ausbildnerin von SF, und die berg- und höhenerfahrene Kamerafrau Sarah Senn-Hauser. Sie reisten im Februar 2008 nach Kathmandu und übernahmen die Ausbildung der Sherpas.
Das SF-Team besteht aus bewährten Kameraleuten, die bereits am Everest, in den Schweizer Bergen und in China am Muztagh Ata gearbeitet haben.
Unterstützt wird das Projekt von DEZA und Helvetas, deren Gelder direkt dem nepalesischen Team zugeflossen sind. Zudem ist es eine Co-Produktion mit arte.
Die Protagonisten
Dorjee Sherpa (42) und seine Familie aus Thamo.
Dorjee ist eine Sherpa-Legende. Er hat den Everest mit verschiedenen Expeditionen bereits 13 Mal bestiegen und gilt als einer der erfahrensten Climbing Sherpas.
Norbu Sherpa (28). Norbu lebt heute in Kathmandu, hat eine gute Schulausbildung genossen, spricht fliessend englisch und betrachtet das Bergsteigen als eine Phase seines Lebens, während der er Ruhm, Ehre und Geld verdienen kann. Dabei geniesst er aber auch das Abenteuer an den 8000-ern. Er ist der Sirdar, der Führer der Sherpagruppe der Schweizer Expedition.
Ang Nima Sherpa. Ang Nima ist der „Eisfall- Doktor“ und damit der wichtigste Mann am Berg, bevor die Expeditionen ins Basislager kommen. Er ist verantwortlich für den Weg durch den berüchtigten Khumbu-Eisfall.
Climbing Sherpas. Sherpas, die für die westlichen Expeditionen am Everest bei Wind, Wetter und Kälte in eisigen Höhen die Zelte aufstellen, Fixseile verlegen und helfen, die zahlenden „Westler“ auf den Gipfel zu bringen.
Westliche Expedition unter Kari Kobler. Kari Kobler, der Berner Bergführer, ist einer der grössten kommerziellen Anbieter von Everest-Expeditionen. Er selber stand schon drei Mal auf dem Gipfel und hat in den letzten Jahren viele Bergsteiger auf den Gipfel gebracht. Er arbeitet eng mit Sherpas zusammen. Jeder seiner Expeditionsteilnehmer hat bei der Besteigung seinen eigenen Sherpa. Patrick Z’Brun und Meinrad Bittel, zwei Walliser Bergführer, sind die Hauptprotagonisten der Schweizer Expedition. Sie konnten sich den Traum vom Mount Everest erfüllen.
Die Produzenten
Frank Senn produzierte als Journalist für SF-Redaktionen, wie «time out», «10vor10», «SF Spezial» oder «MTW» Filme und Reportagen. Seit zehn Jahren produziert er ausschliesslich Dokumentarfilme, vor allem im Bereich Bergfilm, einige davon in Nepal und Tibet. Mehrere seiner Filme und Projekte sind an internationalen Festivals ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit arte drehte er in den letzten Jahren u.a. «Eiger – auf den Spuren der Erstbesteiger» (2002) sowie «Muztagh Ata – Forschung in eisigen Höhen» (2006). 2007 produzierte er die siebenteilige Dokuserie «Die Bergretter – Unterwegs mit der Air Zermatt». Zusätzlich ist er in der Ausbildung des Schweizer Fernsehens tätig.
Hari Thapa studierte an der Tribhuwan University of Nepal Massenkommunikation. Er arbeitete als Reporter und Produzent für verschiedene Zeitungen in Nepal und für das nepalesische Fernsehen. Er produzierte mehrere Dokumentarvideos und Schulungsfilme für nationale und internationale NGOs in Nepal. Zudem war er Präsident und ist heute Berater der «Education Journalist’s Group».
Otto. C. Honegger, ehemaliger Leiter der Redaktion DOK, ist Co-Autor und Executive Producer des Films. Er hat selber zahlreiche Dokumentarfilme produziert und mehrere Bücher veröffentlicht.
Zum Film erscheint das Buch 'Sherpas am Everest' mit zahlreichen Fotos im AS Verlag Zürich. Autoren sind Otto C. Honegger und Frank Senn. Die Fotos stammen von Otto C. Honegger, Tshering Palden und Hari Thapa.























