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Archiv Sendung vom 06.07.2010

Tierversuche: grosses Leid - kleiner Nutzen?

An mehr als 700'000 Tieren wird in der Schweiz jährlich geforscht. Neu dürfen Mäusen und Ratten ohne Betäubung Zehen amputiert werden. Wie stark leiden die Versuchstiere unter solchen Eingriffen?

Forscher rechtfertigen ihr Tun mit den hohen ethischen Standards und dem grossen Nutzen für den Menschen. Tierschützer fordern ein Ende des qualvollen Leidens in den Labors.

Unter der Leitung von Röbi Koller diskutieren:

Pro Tierversuche:
Rolf Zeller, Professor für Anatomie und Embryologie Universität Basel
Thomas Cueni, Generalsekretär Interpharma
Beda Stadler, Professor für Immunologie Universität Bern

Kontra Tierversuche:
Julika Fitzi, Expertin für Tierversuche beim Schweizer Tierschutz STS, Tierärztin
Antoine F. Goetschel, Tieranwalt Kanton Zürich
Andreas Item, Geschäftsführer «Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner»

Ausstrahlungsdaten

Dienstag, 06. Juli 2010, 22.20 Uhr, SF 1
Mittwoch, 07. Juli 2010, 01.25 Uhr, SF 1
Mittwoch, 07. Juli 2010, 08.00 Uhr, SF info
Mittwoch, 07. Juli 2010, 09.40 Uhr, SF info
Mittwoch, 07. Juli 2010, 11.20 Uhr SF info
Donnerstag, 08. Juli 2010, 03.55 Uhr, SF 1
Donnerstag, 08. Juli 2010, 12.45 Uhr, SF info
Samstag, 10. Juli 2010, 08.10 Uhr, SF info
Samstag, 10. Juli 2010, 09.35 Uhr, SF info
Samstag, 10. Juli 2010, 11.00 Uhr, SF info
Samstag, 10. Juli 2010, 12.25 Uhr, SF info
Samstag, 10. Juli 2010, 14.40 Uhr, SF 1

Zitate

aus der Sendung

Thomas Cueni über den medizinischen Nutzen der Tierversuche:
«Es gibt kein Medikament, das bei uns ohne Tierversuche zugelassen worden wäre. Bei jedem neuen Medikament oder Wirkstoff müssen wir Nebenwirkungen testen. Unsere Forschung dient deshalb nur dem Schutz des Menschen.»

Andreas Item zur Profitgier der Pharmakonzerne:
«Die Pharmaindustrie bringt Medikamente auf den Markt, die sich gut verkaufen. Ist das Leiden der Tiere zur Erforschung des 200. Cholesterinsenkers, des 300. Hustensaftes gerechtfertigt? Diese Güterabwägung müssen wir machen.»

Rolf Zeller über die Güterabwägung des Forschers:
«Bei jedem Tierexperiment machen wir eine Güterabwägung zwischen Schweregrad des Leidens und dem zu erwartenden Erkenntnisgewinn. Kein Forscher macht gerne Tierversuche.»

Julika Fitzi über die Dringlichkeit von Verboten:
«Die Forscher sind keine Tierquäler. Aber der Schweregrad 3 hat mit Wissenschaft nichts mehr zu tun. Diese Tiere leiden und haben extreme Schmerzen, deshalb sollten wir diesen Schweregrad verbieten.»

Beda Stadler über die Würde des Tiers:
«Wenn die Tiere komplett anders sind als wir Menschen, dann nützen die Versuche nichts. Wenn sie gleich sind wie wir, gleiche Gefühle und Emotionen haben, dann dürfen wir mit ihnen nur das machen, was wir uns auch selber zufügen würden.»

Antoine Goetschel über den Mythos der Tierversuche:
«Japan und USA erzeugen bei uns Druck und die Angst vor Haftpflichtprozessen für den Fall, dass jemand auf ein Medikament mit einer Anomalie reagieren würde. Tierversuche sind ein Mythos.»