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Archiv Sendung vom 26.01.2012

Donnerstag, 26. Januar 2012, 22:45 Uhr auf SF zwei

«Box Office» - so viel Film muss sein.

Box Office, mal anders: Frontfrau Monika Schärer berichtet vor Ort von den Solothurner Filmtagen.

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Festivaldirektorin Seraina Rohrer

47. Solothurner Filmtage

Jahr Eins nach Ivo Kummer. Die Solothurner Filmtage werden bei ihrer 47. Austragung zum ersten Mal von einer Frau geleitet: der 34 Jahre jungen Seraina Rohrer. Bringt die neue Festivaldirektorin frischen Wind nach Solothurn oder ist immer noch alles „gäng wie gäng“? Wir liefern einen bunten Querschnitt durch das Programm und analysieren, was „die Neue“ anders macht.

«Bottled Life»

«Bottled Life»

Regie: Urs Schnell (CH / D 2011)

Wovon handelt der Film?
Wie verwandelt man Wasser in Geld? Nestlé kennt das Rezept. Der Schweizer Konzern dominiert den weltweiten Handel mit Flaschenwasser. Wenn ein Konzern wie Nestlé allein mit Wasser 10 Milliarden Umsatz macht, sind kritische Fragen unerwünscht. Regisseur Urs Schnell und Journalist Res Gehriger haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und dabei höchst fragwürdige Praktiken im Milliardengeschäft aufgedeckt.

Worum geht es wirklich?
Um die Umwandlung von Trinkwasser in eine Ware.

Wir finden:
Es gelingt den Machern von «Bottled Life» nicht, alle Aspekte des Handels mit Trinkwasser abzuhandeln. Doch wenn man erfährt, dass in Nigeria eine Flasche Mineralwasser mehr kostet als ein Liter Benzin, hat man begriffen, wie sensibel das Thema tatsächlich ist und warum Nestlé sich nicht gerne in die Karten schauen lässt.

Autor: Bernhard Koellisch

Shailene Woodley und George Clooney

«The Descendants»

Regie: Alexander Payne(USA 2011)
Darsteller: George Clooney, Shailene Woodley

Wovon handelt der Film?
Matt King (George Clooney) hat es schwer: Seine Töchter sind ihm fremd und nehmen ihn nicht ernst, und seine Frau liegt seit einem Unfall im Koma. Die Krise erreicht ihren Höhepunkt, als er erfährt, dass seine Ehe sowieso in die Brüche gegangen wäre…

Worum geht es wirklich?
Um den Zusammenhalt, den man nur in einer Familie finden kann, den man sich jedoch hart erkämpfen muss.

Wir finden:
«The Descendants» wurde diese Woche für 5 Oscars nominiert, unter anderem für «Bester Film» und «Bester Hauptdarsteller». Das verwundert. Die Geschichte wird im Stil einer seichten Seifenoper erzählt und ist alles andere als ein packendes Drama. Ausserdem zeigt Clooney hier wenig von seinem Schauspieltalent. Noch mehr verwundert es dann, dass seine Filmtochter, die hervorragend spielende Shailene Woodley, bei den Nominierungen leer ausging.

Autor: Anita Egger

«The Artist»

«The Artist»

Regie: Michel Hazanavicius (F/B 2011)
mit Jean Dujardin & Bérénice Bejo

Wovon handelt der Film?
Hollywood 1927: Auf dem Zenit seiner Karriere verliebt sich der Stummfilm-Star George Valentin (Jean Dujardin) in die junge Statistin Peppy Miller (Bérénice Bejo). Doch dann kommt der Tonfilm – und Georges Karriere geht bachab. Während er in Selbstmitleid versinkt, steigt Peppy zum neuen Kinosternchen auf.

Worum geht es wirklich?
«The Artist» ist im Zeitalter von 3D und Surround Sound eine echte Überraschung: Ein Stummfilm in Schwarzweiss!

Wir finden:
Dieser Film braucht keine Dialoge, hier sprechen die Bilder! «The Artist» ist grosses Melodrama, liebevoll inszeniert. Wann hat ein Film zuletzt so berührt? Die Schauspieler sind umwerfend, auch ohne ein Wort zu sprechen. Keine Frage: Reden ist Silber – Schweigen ist Gold.

Autor: Lory Roebuck

Dustin Hoffmann und Marthe Keller in «Marathon Man»

«Box Office» im Gespräch mit Marthe Keller

Sie ist ein waschechter Schweizer Hollywood-Export: Die Baslerin Marthe Keller stand in den Siebzigern mit Stars wie Al Pacino und Dustin Hoffman vor der Kamera und war schon für einen Golden Globe nominiert. Im Gespräch mit Box Office-Moderatorin Monika Schärer erzählt sie in Solothurn Anekdoten aus ihrer grossen Karriere: Warum sie Al Pacino immer den Rücken zudrehte, warum sie mit 20 keine Zeit hatte, Yves Montand anzuhimmeln – und warum sie sich für ihre Nacktszene mit Dustin Hoffman schämte.

Theo Angelopoulos

In Memoriam

Der griechische Meisterregisseur Theo Angelopoulos ist letzte Nacht tödlich verunglückt. Ein grosser Verlust für das poetische, atmosphärische Kino. «Box Office» über «The Dust of Time», sein letzter Film, der in den Schweizer Kinos lief.

«The Dust of Time» in «Box Office»

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