Aktuelle Sendung vom 16.05.2012
Mittwoch, 16. Mai 2012, 19:00 Uhr auf SF zwei
«Box Office» - so viel Film muss sein.
Komisch oder kolossal peinlich? Skandal-Komiker Sacha Baron Cohen ist zurück. Nach «Borat» und «Brüno» kommt jetzt «The Dictator». Und: Was geschieht auf im nächsten Schweizer «Tatort»? «Box Office» waren bei der exklusiven Vorpremiere. Ausserdem: Was ist der Reiz sich Live-Konzerte von virtuellen Sängerinnen anzuschauen? Das alles und viel mehr - nur bei «Box Office».
Moderation: Lory Roebuck
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«The Dictator»
Regie: Larry Charles (USA 2012)
mit Sacha Baron Cohen, Ben Kingsley, Anna Faris
Er ist der Hofnarr am Hofe Hollywoods, der Brite Sacha Baron Cohen. Als fiktiver (allerdings sehr gaddafiesker) Leinwand-Diktator Haffaz Alladeen macht er sich jetzt über die grössenwahnsinnigen Landesfürsten dieser Welt lustig. Und entlarvt die Leader der westlichen Industrienationen dabei als scheinheilig und selbstgerecht.
Die Dokumentar- und Mockumentary-Elemente von „Borat“ (USA 2006) und „Brüno“ (USA 2009) hat Baron Cohen bei „The Dictator“ über Bord geworfen und stattdessen mit richtig grosser Kelle eine Satire im klassischen Spielfilmformat angerührt. Sein begnadetes Improvisationstalent bleibt deshalb auf der Strecke, wie auch die oft haarsträubenden und unverfroren mutigen Begegnungen mit uneingeweihten Menschen aus dem Volke. Das ist schade. Übrig geblieben ist seine ungebrochene Lust an der Provokation. Wie in kaum einer US-Mainstream-Produktion verteilt er Rundumschläge gegen alle denkbaren Nationen, Organisationen, Religionen - eigentlich gegen alles, was sich bewegt. Noch stärker als bisher kultiviert er seine bisweilen schwer nachvollziehbare Liebe zu menschlichen Ausscheidungen und Körperöffnungen; ausgeprägten Sinn für Fäkalhumor sollte also mitbringen, wer sich im Kinosessel nicht ratlos über vor Vergnügen brüllende Kinogänger wundern mag.
Autorin: Andrea Guyer
Neustarts
«2 Days in New York»
Regie: Julie Delpy (D / F/ B 2011)
mit Julie Delpy, Chris Rock, Albert Delpy, Alexia Landeau, Vincent Gallo u.a.
Vor sechs Jahren verbrachte Julie Delpy als neurotische Marion mit ihrem amerikanischen Freund zwei chaotische Tage bei ihrer Familie in Paris. In «2 Days in New York» kehrt der verrückte französisch-amerikanische Clan auf die Leinwand zurück. Diesmal ist Marions Familie zu Besuch in New York. Die Beziehungen haben sich weiter verkompliziert, das Tempo ist rasant.
Auch wenn die immer gleichen kulturellen Klischees ein wenig nerven, es gibt viel zu lachen.
«Nachtexpress»
Regie: Alex E. Kleinberger (CH 2012)
mit Alexander Albrecht, Vera Bommer, Patrick Frey u.a.
Was passiert, wenn Menschen, die sich nicht kennen, zufällig aufeinandertreffen, erzählt Regisseur Alex E. Kleinberger in seinem Episodenfilm «Nachtexpress».
Es wird gestritten, geliebt und hintergangen, über Ausländer geschimpft und über das Leben philosophiert.
Das könnte spannend sein, ist es aber nicht. Die Charaktere des Films haben es darauf angelegt, schwatzend ihren Dissens im Konsens aufzulösen. Das ist schrecklich langweilig.
«Weekend»
Regie: Andrew Haigh (UK 2011)
mit Tum Cullen, Chris New u.a.
Es hätte eine wunderschöne Beziehung werden können. Oder auch nicht. Wir werden es nie erfahren. Russell (Tom Cullen) und Glen (Chris New) haben nicht viel Zeit um sich kennen und lieben zu lernen – gerade mal ein Wochenende. «Weekend» ist die berührende Geschichte von zwei schwulen Männern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deswegen nicht voneinander lassen können. Ein wunderschöner Film, den man nicht verpassen sollte.
«Ni no Kuni» – Ein Game wie ein Anime
Mit «Ni no Kuni» ist in Japan ein Konsolenspiel auf dem Markt, das nicht nur die Gamewelt, sondern vor allem auch die Filmwelt aufhorchen lässt.
Die legendäre Anime-Produktionsfirma «Studio Ghibli» zeichnet verantwortlich für die visuelle Gestaltung des ganzen Spieles. Dies ist eine Hochzeit der Extraklasse: Anime und Game vermählen sich zu einem kleinen Meisterwerk. «Box Office» blickt auf die wichtigsten Werke des «Studio Ghibli» und vergleicht sie mit den Bildern von «Ni no Kuni».
Autorin: Anita Egger
Netztip
Memes - ein Netzphänomen
Memes (sprich: miiims) sind eine Art Running Gag, der sich extrem schnell über Webseiten und soziale Medien ausbreitet. Das Prinzip dahinter: Ein ganz bestimmtes Konzept (das kann ein Foto sein, ein Video, ein Wort, oder eine Phrase) wird aus irgendeinem Grund populär, gelangt in Umlauf und wird von jedem, der Lust hat, zweckentfremdet.
Der lächerlich fotogene Typ
Klingt kompliziert, ist aber an einem Beispiel schnell erklärt: Das Foto eines breit grinsended Joggers erhielt von einem Internetnutzer das Prädikat "ridiculously photogenic guy" (lächerlich fotogener Typ). Das Foto breitete sich aus und diente als Vorlage für unzählige Fotomontagen - memes. Eine Sammlung gibt's auf knowyourmeme.com.
Webseiten mit meme-Sammlungen
www.memebase.com
www.9gag.com
www.knowyourmeme.com
«Trials Evolution»
Sport-Games erfreuen sich grösster Beliebtheit. Doch muss ein Game auch realitätsnah sein, um zu gefallen?
DRS 3 Redaktor Guido Berger wollte es genau wissen und hat sich auf eine Trial Maschine geschwungen. Ein spannender Selbstversuch.
Der «Box Office» Fernseh-Tipp der Woche
«Sommervögel»
Ein Schweizer Liebesfilm. Erwartet uns nun heisse Herzensbrecherei im Hitzesommer? Kitsch und Küsse auf dem Campingplatz? Weit gefehlt. Dieser Film ist ungewöhnlich. Dafür sorgt Paul Riniker, ein bekannter Dokumentarfilmer, mit seinem Spielfilmdebüt. Dafür sorgen Sabine Timoteo, die eine Behinderte spielt und Roeland Wiesnekker als Biker und Ex-Knasti. Und dafür sorgen zahlreiche Figuren und Elemente, die so gar nicht in das Schema einer typischen Liebeskomödie passen wollen.
Eine tragische und zugleich komödiantische Liebesgeschichte über ein Tabu-Thema - und die Frage, wie weit Liebe gehen darf. Auf welchem Weg die Behinderte und der Biker bergeweise Blockaden bewältigen, erfährt man am 20. Mai um 21:05 auf SF 1.
Autor: Christoph Ruckli
Wiederholungstermine
Do 02:35 Uhr auf SF zwei
Do 08:35 Uhr auf SF zwei
Do 13:20 Uhr auf SF zwei
Fr 08.35 Uhr auf SF info
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Sa 23:10 Uhr auf SF info


















