Die BzF-Moderatoren
Raschida Bouhouch
Ich bin 29 Jahre alt und Doktorandin an der ETH Zürich. Ich bin in einer muslimischen Familie als Tochter einer Schweizerin und eines Marokkaners in Zürich geboren und aufgewachsen. Dadurch habe ich sowohl die muslimische wie auch die christliche Religion und Kultur kennen und schätzen gelernt. Ich sehe es als eine Bereicherung, die muslimischen wie auch die christlichen Feste gemeinsam in einer multikulturellen Familie zelebrieren zu können. Bereits in frühen Jahren haben mich die Gemeinsamkeiten von Religionen interessiert. Auf Reisen durch Asien bin ich dem Buddhismus und dem Hinduismus begegnet und habe mich für deren Vielfalt und Farbenreichtum begeistern können. Ich finde es spannend zu sehen, wie in anderen Kulturen und Religionen Feste gefeiert werden, und ich bin gespannt, Genaueres über die Begebenheiten und den Ursprung der Feierlichkeiten zu erfahren. Ausserdem interessiert es mich zu sehen, wie verschiedene Religionen in der vorwiegend christlichen Schweiz gelebt werden.
Noam Hertig
Ich bin 27 Jahre alt und lebe in Zürich. Ich wurde in Jerusalem geboren, da meine Eltern dort für einige Jahre lebten, und wir zogen in die Schweiz, als ich fünf war. Ich bin jüdisch und habe meine Religion immer praktiziert. Das Judentum bedeutet für mich sehr viel - eine Mischung aus Glauben, Praxis, Kultur und eine lange Geschichte. Besonders gefällt mir an meiner Religion, dass bei ihren Angehörigen eine gesunde Diskussionskultur besteht und man Gott und die Welt in Frage stellen darf und dass es dazu verschiedene Ansätze gibt - ganz gemäss dem Redensart: «zwei Juden - drei Meinungen». Die religiösen Traditionen meiner Religion sind mir wichtig, wie etwa das Tragen der Kippa, das Werkverbot am Schabbat oder das Einhalten der Speiseregeln. Auch schöpfe ich viele wichtige Werte aus meiner Religion, wie den Respekt vor anderen Menschen und der Natur sowie die Wichtigkeit von Wohltätigkeit und Bescheidenheit. In der Schweiz fühle ich mich sehr wohl und nehme am öffentlichen Leben teil. Ich habe vor kurzem mein Studium in Psychologie und Religionswissenschaften an der Universität Zürich abgeschlossen und würde gerne diese beiden Richtungen im Beruf kombinieren. Ich interessiere mich sehr für interkulturelle Kommunikation und engagiere mich für den Dialog der Religionen.
Tenzin Samten Khangsar
Ich bin 32 Jahre alt und habe vor kurzem mein Studium in Journalismus an der Fachhochschule Zürich abgeschlossen. Als ein Kind der dritten Generation von tibetisch-buddhistischen Flüchtlingen bin ich hier in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Aus diesem Grund sehe ich die Schweiz genauso als meine Heimat an wie auch Tibet. Trotz den unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Religion in meinem breiten Freundeskreis, ist mir mein Glaube, der Buddhismus, seit meiner frühesten Kindheit allgegenwärtig. Dieses Aufwachsen zwischen zwei Kulturen hat mich nachhaltig geprägt und mich früh die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten entdecken lassen. Und zwar nicht nur in der Theorie, sondern vor allem auch in der praktischen Art und Weise, wie man das tägliche Leben mit all seinen Höhen und Tiefen betrachtet und meistert. Denn der Buddhismus unterscheidet sich von den hierzulande bekannten Religionen vor allem dadurch, dass er eher Denkanstöße und Vorschläge zu einer bestimmten, positiveren Lebensführung gibt und weniger auf einen Gott oder die Einhaltung von bestimmten Regeln ausgerichtet ist. Werte wie Respekt vor anderen, Mitgefühl, Toleranz und Vergebung sind sehr zentrale Grundpfeiler im Buddhismus und ich versuche diese auch im Alltag umzusetzen.
Aufgrund meiner grossen Leidenschaft, dem Reisen, hatte ich die Möglichkeit auf allen fünf Kontinenten Menschen von unterschiedlichen Kulturen und Religionen begegnen, Ihre Sicht der Dinge zu erfahren, sich auszutauschen und dadurch auch viele neue Freundschaften geschlossen. Denn bei aller Verschiedenheit der Religionen, Kulturen, Sprachen und auch Ideologien gleichen sich die Menschen in ihrem grundlegenden Glauben nach Frieden und Glück: wir alle wollen zufrieden sein und keiner will leiden. Und obwohl wir diese Vielfalt theoretisch immer würdigen, versagt man in der Praxis leider sehr oft darin, sie auch zu respektieren.





