Aktuelle Sendung vom 18.05.2012
Abstimmungs-Arena: Managed Care
Wer sich künftig nicht vom Hausarzt in einem Ärztenetzwerk behandeln lässt, soll einen höheren Selbstbehalt bezahlen. Das sieht die Managed Care Vorlage vor, über die am 17. Juni abgestimmt wird. Droht damit eine Zweiklassenmedizin, weil sich nur noch Begüterte die freie Arztwahl leisten können? Oder steigt vielmehr die Qualität, weil Hausarzt und Spezialärzte die Behandlung optimal auf den Patienten abstimmen?
In der «Arena» diskutieren:
Auf der Pro-Seite:
Alain Berset, Bundesrat SP, Gesundheitsminister
Carlo Conti, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Gesundheitsdirektor BS, Regierungsrat CVP/BS
Auf der Contra-Seite:
Jacqueline Fehr, Vizepräsidentin SP, Nationalrätin SP/ZH
Jacques de Haller, Präsident Ärztevereinigung FMH
Präzisierung
Im Erklärfilm zur Managed-Care-Vorlage war eine Grafik nicht ganz präzise. Deshalb hier nochmals genau:
Wer sich mit dem neuen Modell versichern lässt zahlt wie bisher einen Selbstbehalt von 10 Prozent bis zu einem Maximalbetrag von 500 Franken ( bisher 700 Fr. ).
Wer die freie Arztwahl behalten will, zählt neu einen Selbstbehalt von 15 Prozent bis zu einem Maximalbetrag von 1000 Franken.
Die Franchise kann weiterhin individuell gewählt werden.
Highlights der Sendung
Qualität steht im Zentrum
Das Wohl der Patienten steht bei der Managed-Care-Vorlage im Zentrum. Mit diesen Worten steigt Bundesrat Alain Berset in die «Arena». Diese Reform bürge für hohe Qualität. «Heute sind 1,5 Millionen Patienten in Ärztenetzwerken. Dies muss man ausbauen.» Bei den so genannten Managed-Care-Modellen schliessen sich Leistungserbringer – etwa Hausärzte, Spezialärzte, Physiotherapeuten, Apotheken und Spitäler – zum Zweck der Koordination der medizinischen Versorgung zusammen.
Verbesserung für chronisch Kranke
Ein besonderes Augenmerk richtet sich bei dieser Debatte auf chronisch kranke Personen. Denn diese 20 Prozent der Patienten verursachen 80 Prozent der Kosten, wie Ständerat Felix Gutzwiller (FDP/ZH) betont.
Einschränkung der Kassenmacht
Margot Enz, Mitglied des Vorstands Hausärzte Schweiz, setzt sich für die Managed Care-Vorlage ein. Sie enerviert sich über die gegnerische Seite. Dort gebe es keinen Hausarzt, der eine Ahnung davon habe, was ein Managed-Care-Modell sei. Heute sei jeder Arzt den Krankenkassen ausgeliefert. Dies sei viel schlimmer als die gegnerische Argumente, die in die Debatte um die Vorlage gebracht würden.






