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La Bohème im Hochhaus

«La Bohème im Hochhaus»: SF inszenierte Puccinis Oper in Bern
Live-Sendung vom 29. September 2009 auf SF 1, HD suisse, TSR 1, RSI LA 1 und ARTE

Nach monatelangen Vorbereitungen ging das diesjährige Opernereignis des Schweizer Fernsehens über die Bühne. Das Berner Gäbelbachquartier war für die Livesendung in eine Opernbühne verwandelt worden und diente zugleich als Fernsehstudio. Für die Titelrollen von «La Bohème im Hochhaus» hatte das Schweizer Fernsehen international renommierte Sängerinnen und Sänger verpflichtet.

Am 22. September 2010 wurden in Luzern die Gewinner der Rose d'Or bekannt gegeben. Das Schweizer Fernsehen hat die begehrte Trophäe für «La Bohème im Hochhaus» erhalten. SF hat die Puccini-Oper in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Bern am 29. September 2009 realisiert. Das Festival Rose d'Or ist eines der bedeutendsten im Fernsehbereich, die Preise gehören zu den renommiertesten weltweit.

«La Bohème im Hochhaus» hat auch den Prix Walo gewonnen.

Die Opernereignisse von SF in der New York Times

Moderation

Alice Tumler, Michel Cerutti, Sandra Studer

Die Rollen sind klar definiert: Sandra Studer, eine der beliebtesten Moderatorinnen des Schweizer Fernsehens, bringt dem Publikum die tragische Liebesgeschichte von «La Bohème» näher, in unmittelbarer Nähe der verschiedenen Schauplätze im Berner Hochhausquartier Gäbelbach. Das Revier von Michel Cerutti ist das Einkaufszentrum Westside, wo das Orchester und der zweite Akt von Giacomo Puccinis Oper spielen. Als Tagesschau-Moderator gehört der Walliser Michel Cerutti zu den bekanntesten Gesichtern der Télévision Suisse Romande.

Alice Tumler fällt die Rolle der «rasenden Reporterin» zu: Vor Ort wird sie spontane Reaktionen von Publikum und Bewohnern einfangen. Alice Tumler präsentiert für ARTE verschiedene Musiksendungen, so die Kultsendung «One Shot Not» und kürzlich die Sondersendung vom Montreux Jazzfestival. «Mit drei Moderatoren können wir dynamisch von einem Schauplatz zum andern zu schalten», erklärt Produzent Christian Eggenberger. «Sie verankern zudem die Koproduktionssendung beim jeweiligen Stammpublikum

Felix Breisach

Fernsehregie

Er ist ein Dirigent der Bilder: Felix Breisach, geboren 1961 in Graz, zeichnet für die Fernsehregie verantwortlich. Während Anja Horst die Oper auf den verschiedenen Sets des Gäbelbachquartiers inszeniert, fügt der Fernsehregisseur die Aufnahmen ihrer Inszenierung zu jenem Bilderreigen zusammen, den die Zuschauer zu Hause am Bildschirm erleben werden. Erst das perfekte Zusammenspiel der beiden Regien erweckt «La Bohéme im Hochhaus» fürs Fernsehpublikum zum Leben.
Felix Breisach, der in Wien lebt und arbeitet, ist auf diesem Gebiet schon so etwas wie ein «alter Hase»: Seit 1981 ist er als Regisseur im Bereich Film und Fernsehen tätig. Mehr als hundert Dokumentarfilme im Bereich Kunst und Kultur hat er geschaffen, als Fernsehregisseur im Bereich Oper und Theater arbeitet er für die besten Opern- und Theaterhäuser.

Anja Horst

Regie vor Ort

Als Theater- und Opernregisseurin ist es Anja Horst immer wieder gelungen, jene Leute in die grossen Häuser zu locken, die sonst kaum über die Schwellen von Theater oder Oper finden: Jugendliche, Kinder, Menschen mit und ohne Behinderung – die sogenannten «bildungsfernen» Schichten. Jetzt wird sie erstmals den umgekehrten Weg gehen: nicht das Publikum in die Oper, sondern die Oper zum Publikum nach Hause bringen.
Anja Horst, 1966 in Solingen geboren, studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Geschichte in Erlangen. 1995 trat sie als Regieassistentin am Theater St. Gallen ihr erstes festes Engagement an. Bereits zwei Jahre später übernahm sie dort die Leitung des Kinder- und Jugendtheaters und die künstlerische Leitung des internationalen Kinder- und Jungendtheaterfestivals «Triangel».

Die Schauplätze

Das Hochhaus

Das Gäbelbachquartier liegt im äussersten Westen der Stadt Bern:
Die Hochhäuser und Wohnblocks bilden eine markante Grenze zwischen urbanem Raum und Landwirtschaftszone.
Menschen aus über zwanzig Nationen wohnen im Block B, den sich das Schweizer Fernsehen als Handlungsort für seine aussergewöhnliche Inszenierung von Puccinis «La Bohème» ausgesucht hat. Nach dem grossen Erfolg von «La Traviata im Hauptbahnhof», wo die Oper im vergangenen September in Zürich an einem der öffentlichsten Orte der Schweiz aufgeführt wurde, begeben sich die Fernsehkameras jetzt an den privatesten Ort – in die Wohnungen eines Berner Aussenquartiers. Gesungen wird im und um das Hochhaus: in den Wohnungen, in der Waschküche und im Malatelier. Das Schweizer Fernsehen bringt den Bewohnern des Gäbelbachquartiers die Oper buchstäblich nach Hause.

Das Shoppingcenter

Das Shoppingcenter
Das Orchester spielt im erst kürzlich eröffneten Einkaufszentrum «Westside». Ebenso spielt hier der zweite Akt. Mit seiner kristallinen Struktur, den verwinkelten Hallen und dem raffiniert komponierten Lichteinfall ist der Bau des berühmten amerikanischen Architekten Daniel Libeskind weit mehr als ein Shopping- und Freizeitzentrum: Die «Westside» gilt jetzt schon als neue Berner Sehenswürdigkeit. Das Café Momus aus der Puccini-Oper entpuppt sich – der Sprache der Oper entsprechend – als italienische Trattoria.