Die Regie
Die Regie vor Ort
Georges Delnon
Die Oper ist für Georges Delnon «ein sehr zeitgemässes und populäres Genre»: «Das Schweizer Fernsehen hat mit ‘La Traviata im Hauptbahnhof‘ und ‘La Bohème im Hochhaus‘ ein innovatives Format geschaffen und bewiesen, dass die Oper im öffentlichen Raum eine eigene emotionale Ebene innehat.» Wenn sich starke Musik und grosse Gefühle am Basler Alltag reiben, wird es für ihn spannend. Das reizte ihn an seiner Aufgabe, Verdis «Aida» vor Ort – mitten in Basel – zu inszenieren.
Seit der Spielzeit 2006/07 ist Georges Delnon Intendant des Theater Basel. Mit seinem Team holte er sich 2009 den renommierten Titel «Opernhaus des Jahres», verliehen von der Fachzeitschrift Opernwelt. Sein erstes festes Engagement führte Delnon von 1988 bis 1992 als Regisseur für Oper und Schauspiel ans Stadttheater Luzern. Schon damals erregte er mit modernen Inszenierungen von Strauss- und Wagner-Opern Aufsehen. Seine Vorliebe gilt aber dem modernen Musiktheater und einer klaren, entschlackten Interpretation. Diese begeistern immer wieder auch ein jüngeres Publikum. Von 1996 bis 1999 war Georges Delnon Intendant des Theaters der Stadt Koblenz und Mitbegründer der Festungsspiele Koblenz. Von 1999 bis 2006 leitete er als Intendant das Staatstheater Mainz. Seit 2009 ist Georges Delnon neben seiner Intendanz am Theater Basel auch Künstlerischer Leiter des Musiktheaters der Schwetzinger SWR Festspiele.
Die Fernsehregie
Nadja Zonsarowa
Sie ist ein absoluter Fernsehprofi, und doch begegnet sie der bevorstehenden Aufgabe mit viel Respekt: «Die Produktionen ‘La Traviata im Hauptbahnhof‘ und ‘La Bohème im Hochhaus‘ gingen auf hohem Niveau über den Bildschirm», erklärt Nadja Zonsarowa. «Dies mit ‘Aida am Rhein‘ zu toppen und das Publikum aufs Neue zu überzeugen, betrachte ich als grosse Herausforderung.» Nadja Zonsarowa ist 1969 in der ehemaligen DDR geboren und in einer Fernsehfamilie aufgewachsen: Ihre Mutter war Fernsehredakteurin, der Vater Regisseur. So konnte die Tochter schon sehr früh in die Fernsehwelt hineinschauen. «Mit 14 Jahren wusste ich, dass ich unbedingt Bildmischerin werden wollte. Die technischen wie auch künstlerischen Aspekte dieses Berufs faszinierten mich früh», erzählt die zielstrebige Frau.
Am Ende ihrer Ausbildung kam sie zu ihrem ersten grossen Einsatz: Sie übertrug am Silvesterabend 1988 die neunte Sinfonie von Beethoven, dirigiert von Kurt Masur, live aus dem Gewandhaus in Leipzig. 1998 begann Nadja Zonsarowa auch Regie zu führen, von täglichen Talkshowformaten und Late Night Shows (mit Anke Engelke und Oliver Pocher) über Comedy- und Unterhaltungsshows («Let's Dance», «Dancing on Ice», «Quatsch Comedy Wintergala») bis zu Rock-meets-Klassik-Konzerten. Einen Namen machte sie sich auch mit der fernsehgerechten Umsetzung von Gala-Anlässen wie «Europas Erbe – Die besten Dramatiker» oder «Die schönsten Opern aller Zeiten». Die Begeisterung für ihr Metier wirkt ansteckend: «Als ich die Anfrage für ‘Aida am Rhein‘ erhielt, brauchte ich keine Sekunde zu überlegen», sagt Nadja Zonsarowa. «In vielen kreativen Zusammenkünften haben wir tolle Ideen entwickelt. Lassen Sie sich überraschen!»



