Hala Elkoussy
Die Seherin
Die ägyptische Foto- und Videokünstlerin trifft mit ihrer Kunst den Nerv der Zeit: Mit ihrem Drehbuch zu ihrem Débutspielfilm "Cactus Flower", das vor dem "Tag des Zorns" entstand, scheint sie die Revolution vorweg zu nehmen.
Kairo ist Hala Elkoussys Muse - so finden neben Politik, poetische Träumereien und Banalitäten des Alltags in ihrer Kunst einen Platz.
Hala Elkoussy ist eine der 3 Protagonistinnen des Sternstunde-Dok- Films "Laila, Hala und Karima" - ein Jahr im revolutionären Kairo.
Das Drehbuch, das die Revolution vorweg nahm
Hala Elkoussys ist fasziniert von gesellschaftlichen Veränderungen. Veränderungen sollten auch Thema ihres neuen Films „Cactus Flower“ sein. Was, wenn eine Revolution in Ägypten das Regime stürzen würde? Wenn die Polizei mit Wasserwerfern auf das Volk losginge? Das Projekt steht, der Film ist finanziert, erste Improvisationen mit den SchauspielerInnen sind gemacht – doch die Wirklichkeit ist schneller. Was eine Woche vorher noch Fiktion war, fand nun auf den Strassen Kairos statt.
Von Anfang an schliesst sich die junge Künstlerin den Demonstranten an. Die 1974 geborene ordnet sich selbst einer Generation zu, die ihr Leben lang abgewartet und beobachtet hat. Was nun in Ägypten geschieht, sieht sie als Befreiungsschlag. „Es gibt das Sprichwort: ‘Die Kunst wird sich nie bis zur Wirklichkeit erheben können‘ “ sagte sie in einem Interview. Ihr Film, ihre Kunst wirken bei Ausbruch der Revolution obsolet und Hala Elkoussy tauscht ihr Atelier gegen die Strasse.
Hala Elkoussy
„Es gibt das Sprichwort: ‘Die Kunst wird sich nie bis zur Wirklichkeit erheben können.‘“
Januar 2011
Kairo ist Hala Elkoussys Muse. Die wahrscheinlich grösste Stadt der arabischen Welt ist ihre Heimat. Sie pendelt zwischen Kairo und Amsterdam, doch Kairo ist das Zentrum ihres künstlerischen Schaffens, in dem sie immer wieder die Wirkung städtischer Strukturen auf das menschliche Zusammenleben thematisiert.
Von der aufstrebenden Künstlerin zur Aktivistin
Nach dem Studium der visuellen Kommunikation in London entwickelt sich Hala Elkoussy zu einer treibenden Kraft in der Kunstszene Kairos und gewinnt internationales Renommee. Sie hat Einzelausstellungen in Holland und Schweden, erhält Künstlerresidenzen in Amsterdam und in Aarau.
Seit dem 25. Januar 2011 hat Hala Elkoussy gemeinsam mit anderen statt Kunst politische Aufkleber gedruckt, die Zugänge auf den Tahrir-Platz kontrolliert, in der Essenversorgung geholfen und vieles mehr. Dann waren die ersten 18 Tagen der Revolution vergangen und dennoch konnte sie in Zeiten des Umbruchs mit Ihrer Kunst schwer in die gesellschaftliche Strukturen eingreifen.
Kairo ist ihre Muse, doch haben auch internationale Themen Raum in den Arbeiten der ägyptischen Künstlerin: Banalitäten des Alltags, unsere Sehnsüchte, Träume und Hoffnungen. Doch was kommt, nachdem die Wirklichkeit die Kunst eingeholt hat?


