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Laila Soliman

Die Geschichtsschreiberin

Laila Soliman bringt mit ihrer Inszenierung «Lessons in Revolting» die ägyptische Revolution auf die Theaterbühne. Sie will den Menschen die Augen öffnen, ihnen alternative Blickwinkel aufzeigen. Dafür gewinnt sie 2011 den Sonderpreis des «Internationalen Willy-Brandt-Preises» für besonderen politischen Mut.
Laila Soliman ist eine der 3 Protagonistinnen des Sternstunde-Dok- Films "Laila, Hala und Karima" - ein Jahr im revolutionären Kairo.

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Laila Soliman - Die Geschichtsschreiberin

Theater als Sprachrohr

Wie viele ihrer Künstlerkollegen demonstriert auch Laila Soliman in den ersten Monaten 2011 auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen die Regierung Mubaraks. Doch die Gewalt und die einseitige Darstellung der Demonstrationen in den Medien gefallen ihr nicht – sie nutzt die Theaterbühne als Dokumentationsmedium und Sprachrohr für ihre Botschaft.

Laila Soliman bezeichnet sich selbst nicht als Regisseurin, sondern als Theatermacherin. Sie inszeniert, sie schreibt, sie ist Kostümbildnerin und Dramaturgin. Ihr Theater ist unabhängig, sozial und politisch bewusst. Sie glaubt an die Kraft der Kunst, gesellschaftliche Entwicklung zu bewirken.

Im Kollektiv gegen Tabus

Ihr erstes Stück nach dem Sturz von Mubarak heisst «No Time for Art». Darin kritisiert Soliman bereits im Juni 2011 das brutale Vorgehen des Militärs – zu diesem Zeitpunkt ein Tabu. Gemeinsam mit dem belgischen Regisseur Ruud Gielens inszeniert sie im Herbst 2011 «Lessons in Revolting» (Unterricht im Revoltieren/Erbrechen).

Es gelingt ihr, acht ägyptische Künstler zusammen zu bringen, die alle Aktivisten der Revolution sind und nun ihre Geschichte erzählen. Darunter auch die Choreografin Karima Mansour. Das Stück wird im Kollektiv entwickelt. So finden nicht nur die Ereignisse des Jahres des Zorns den Weg auf die Bühne, sondern auch die Angst, die Entschlossenheit, die Ohnmacht und der Mut der Menschen.

Die laute Theatermacherin

Laila Soliman studierte Theater und Arabische Literatur an der Amerikanischen Universität in Kairo. Sie hat sich seit ihrem Abschluss 2004 einen Namen in der Theaterszene gemacht, unter anderem arbeitet sie als Dramaturgin für die Rimini-Protokoll-Produktion «Radio Muezzin». Ihr Stück «Lessons in Revolting» hat seinen Auftakt für die Europa-Tournee am Zürcher Theaterspektakel. Laila Soliman erfährt internationale Anerkennung für ihre Kunst.

Im Oktober 2011 nimmt sie in Berlin den "Willy-Brandt-Sonderpreis für politischen Mut" der SPD entgegen. Dass sie diesen Preis verdient, zeigt sie in ihrer Rede, die sie nutzt, um ganz offen Kritik an der Nordafrika-Politik Deutschlands und der europäischen Staaten zu üben.

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